Eine Notwendigkeit um der Klimakrise zu begegnen und das Pariser-Abkommen einzuhalten ist unseren Strommix ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Einen Teil dazu können die Dächer beitragen, wenn diese, wo immer es möglich ist, mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Mit „wo immer möglich“ meine ich hier praktisch alle Dachflächen die nicht z.B. die Nordseite sind oder wo der Schatten durch Bäume oder umliegende Häuser zu stark den Ertrag einschränkt. Wobei auch hier genau hingeschaut werden sollte, denn auch bei diffusem Licht einige Module noch erstaunlich viel Leistung liefern können. Bei der Finanzierung sollte man ja immer die gigantischen (nicht nur finanziellen) Kosten der Klimakrise bedenken..

Den einfachsten Weg haben hier ganz klar Eigenheimbesitzer. Insbesondere durch den Wegfall der 10 kWp Grenze können diese den günstigen und lokal selbst erzeugten Strom und die Anlage in teilweise deutlich unter 10 Jahren refinanzieren. Leider sieht man immer noch viel zu viele Dächer ohne Anlagen, auch bei Neubauten. Das wir hier nicht schon lange eine Pflicht zumindest bei Neubauten haben, sollte am besten sofort geändert werden. Im Zweifel könnte man das ja über zinslose Kredite unterstützen, auch wenn ich da bei dem Verhältnis Kosten der Anlage zu Kosten eines Neubaus nicht die Notwenigkeit bei sehe. Insbesondere wenn sich sich die Anlage ja nach ~10 Jahren refinanziert hat. Das gleiche gilt natürlich für alle gewerblichen Gebäude. Hier kann ja der erzeugte günstige Strom tagsüber noch einfacher direkt genutzt werden.

Vergessen werden bei diesem Thema gern die Mieter mit Balkonen, von denen es ja auch nicht wenige gibt, Stichwort Balkonkraftwerke. Auch das ist in Summe eine nicht zu verachtende Fläche die zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Der Umfang des hier erzeugten Stroms dient zwar nicht unbedingt zum Einspeisen, sondern reduziert den zugekauften Strombedarf. Der lokal erzeugte Strom ist dabei dann 100% echter lokaler Ökostrom. Hier sollte die Installation und Nutzung so einfach wie möglich gestaltet werden und nicht durch sinnfreie Regulierungen wie verpflichtende Einspeisesteckdose oder „einheitliches Bild der Fassade“ behindert werden. Ideal fände ich hier durchaus auch eine Förderung für Mieter, um so viel Photovoltaik wie möglich installieren zu können. Hier kann eine finanzielle Förderung Sinn machen. Viel mehr sehe ich aber die regulative Seite welche so einfach wie irgendwie möglich sein sollte, sodass man sich in diesem Bereich (bis 600W) nicht ewig mit Behörden, Netzbereitern und Vermietern herumärgern muss. Im Zweifel kann man hier auch zumindest über ein Recht für Mieter nachdenken, sich ein Balkonkraftwerk installieren zu dürfen.

Außerdem sollte es unbürokratisch möglich sein, dass ein Vermieter der Mietern den Solarstrom vom Dach zur Verfügung stellt.

Um noch etwas in die Zukunft zu schauen, will ich hier auch noch lokale Energiespeicher erwähnen. Diese helfen den günstigen, selbst erzeugten Strom auch zu nutzen, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Diese sind heute noch relativ teuer und lohnen sich wohl erst richtig, wenn genug Batteriezellen aus alten E-Autos verfügbar sind. In manchen Bereichen machen diese aber auch jetzt schon Sinn, wie z.B. für das lokale Abfangen von Lastspitzen im Netz.

Wenn man Förderungen in Betracht zieht, könnte man dabei berücksichtigen lokal hergestellt Produkte zu bevorzugen. Ob man hier „lokal“ als Europa, Deutschland, NRW etc definiert, kann man sicherlich diskutieren.

In Stichpunkten:
– Alle Dachflächen (verpflichtend) mit Photovoltaik ausstatten
– unkomplizierte Nutzung von Balkonkraftwerken ermöglichen, um auch nicht Eigenheimbesitzer mitzunehmen bei der Energiewende
– evtl. Förderung gerade für Balkonkraftwerke für Mieter, da diese oft nicht den finanziellen Spielraum haben

Wie oben schon erwähnt, sollte man bei den Kosten immer die gigantischen Kosten der Klimakrise im Blick behalten die auf uns und unsere Kinder zukommen werden. Dabei ist jeder lokal per Photovoltaik erzeugte Strom 100% erneuerbar und muss nicht über Kohle oder Gas gedeckt werden. Außerdem kann so jeder seinen Teil zur Energiewende beitragen und gleichzeitig auch noch Geld bei den Stromkosten sparen.

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Marco Engelbrecht
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